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Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

Eine Pflegefachfrau bereitet Covid-19 Moderna Booster-Impfungen vor, im Referenz-Impfzentrum des Kantons Zuerich beim Zentrum für Reisemedizin und Uebertragbare Krankheiten Zuerich, am Donnerstag, 11. November 2021. (KEYSTONE/Michael Buholzer) Michael Buholzer/Keystone

Der Bund hält sich zurück, die Kantone und die Wirtschaft preschen vor: Die Schweiz ist wieder ein Flickenteppich an Massnahmen. Die Fallzahlen steigen derweil weiter an.

Dieser Inhalt wurde am 26. November 2021 - 13:41 publiziert
swissinfo.ch, mit SRF und SDA

Neueste Entwicklungen

  • In Südafrika ist eine neue Virusvariante aufgetaucht, welche die Behörden beunruhigt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht derzeit, ob die Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) analysiert die vorhandenen Daten. Die Börsen sind weltweit eingebrochen. Der Flugverkehr von und nach Südafrika ist teilweise eingeschränkt.
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag 8032 neue Coronafälle gemeldet,  die in den letzten Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden.  Damit liegt der 7-Tage-Schnitt bei 6384. Das sind 43 Prozent mehr als in der Vorwoche.
  • Aktuell befinden sich 190 Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung. Das sind 23 Prozent mehr im Vergleich zur Vorwoche. Das BAG meldet 12 neue Verstorbene. Der 7-Tage-Schnitt liegt bei 12 Verstorbenen. Das sind 34 Prozent mehr als in der Vorwoche.
  • Im Moment sind 65,4% der Bevölkerung vollständig geimpft.
  • Gesundheitsminister Alain Berset sagte am Mittwoch an einer Pressekonferenz, dass die Lage "kritisch" sei, die Schweizer Regierung aber keine strengeren Massnahmen verhängen will. Er hielt jedoch die Spitäler an, ihre Kapazitäten hochzufahren.
  • Da die Fallzahlen je nach Kanton – und kantonaler Impfquote – unterschiedlich stark ansteigen, sollen in erster Linie die Kantone die notwendigen Massnahmen ergreifen. Und: Der Bundesrat appelliert erneut an die Menschen, sich auch weiterhin an die Hygiene-Massnahmen zu halten.
  • Diverse Kantone haben bereits strengere Coronaregeln angekündigt. Graubünden und Luzern wollen eine Booster-Impfung für Interessierte ab 16 Jahren anbieten.
  • Grosse Unternehmen wie Roche und Swisscom sagen ihre Weihnachtsessen ab – davon betroffen ist die ohnehin lädierte GastronomieExterner Link. Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen haben am Mittwoch gemeinsam an die Bevölkerung appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.
  • Verschiedene Kommentatoren stellen das Zögern des Bundes in den Kontext der Abstimmung über das Covid-Gesetz am kommenden Sonntag. Der Bundesrat wolle kein Scheitern an der Urne provozieren, riskiere aber die öffentliche Gesundheit, lautet die Kritik, was von offizieller Seite bestritten wird.
  • Anders im Nachbarland Österreich: Dort hat die Regierung angesichts der explodierenden Zahlen die Notbremse gezogen und seit Montag einen Lockdown von maximal 20 Tagen verhängt. Dieser gilt auch für Geimpfte. Und: Ab Februar 2022 gilt dort die allgemeine Impfpflicht. Auch in Deutschland gibt es zusätzliche Massnahmen, etwa die 3G-Regel im öffentlichen Verkehr und am Arbeitsplatz.
  • Die vollständig aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.
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Die neuesten Schlagzeilen zur Pandemie

Was ist der aktuelle Stand punkto Corona-Impfung?

  • Zugelassen sind in der Schweiz bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Dauer der Impfwirksamkeit von 6 auf 12 Monate erhöht.
  • Die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca verzögert sich, weil laut Swissmedic die eingereichten Daten nicht ausreichen. Die Zulassungsbehörde fordert weitere Studien.
  • Die Impfung ist gratis und nicht obligatorisch
  • Die Impfempfehlung der Eidgenössischen Impfkommission wurde angepasst: Eine Impfung mit mRNA-Impfstoffen wird auch allen Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen. Auch Genesene und Schwangere sollen sich impfen lassen.
  • Der Bund übernimmt die Kosten für die Impfung auch für Personen, die in der Schweiz leben, aber nicht obligatorisch krankenversichert sind.
  • Ebenfalls kostenlos ist die Impfung für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die nicht in der Schweiz versichert sind und in Schweizer Gesundheitseinrichtungen arbeiten.
  • Auch wer an Corona erkrankt ist, soll sich impfen lassen, sagt der Präsident der Ekif. Die Impfung könne milde Infektionen nicht ganz verhindern, "aber schwere Verläufe werden verhindert." Die Hospitalisierten seien derzeit in der Mehrheit ungeimpft.
  • Die Nebenwirkungen nach einer Covid-19-Impfung bewegen sich im Rahmen der Zulassungsstudien und des "Beipackzettels". Zu diesem Ergebnis kommt das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic nach Auswertung von knapp 2000 Meldungen.
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swissinfo.ch

Welche Regeln gelten?

Für die Einreise in die Schweiz gilt seit dem 26. Juni:

  • Bei der Einreise in die Schweiz aus dem Schengenraum ist keine Quarantäne mehr notwendig.
  • Für Einreisende aus gewissen Staaten und Gebieten gilt eine Quarantänepflicht. Weitere Informationen und eine Liste der Risikoländer finden Sie hierExterner Link.
  • Alle Einreisenden müssen ein Einreiseformular vorweisen. Wenn Sie nicht geimpft oder genesen sind, müssen Sie zudem ein negatives Testergebnis vorweisen.
  • Alle Einreisenden müssen, falls sie per Flugzeug einreisen, ihre Kontaktdaten mittels eines elektronischen Einreiseformulars erfassen.
  • Das Einreiseformular und alle relevanten Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesamts für GesundheitExterner Link.
Kai Reusser / swissinfo.ch

Diese Massnahmen gelten schweizweit:

  • Wasserparks, Discos und Tanzlokale dürfen öffnen, die Homeoffice-Pflicht wurde durch eine Empfehlung ersetzt, das Testen am Arbeitsplatz entfällt.
  • Covid-Zertifikat: Obligatorisch in Discos und bei Grossveranstaltungen und freiwillig bei kleineren Veranstaltungen, in Sport-, Kultur- und Freizeitbetrieben und Restaurants.
  • Veranstaltungen: mit Zertifikat keine Einschränkung, ohne Zertifikat bei Sitzpflicht maximal 1000 Personen, ohne Zertifikat und ohne Sitzpflicht draussen 500, drinnen 250 Personen.
  • Maskenpflicht: Draussen aufgehoben, an Mittelschulen und Berufsschulen gelockert (Kantone entscheiden), am Arbeitsplatz gelockert (Arbeitgeber entscheiden).
  • Restaurants: Draussen keine Einschränkungen, drinnen Anzahl Personen pro Tisch nicht mehr limitiert, aber Kontaktdaten von einer Person pro Gruppe nötig.
  • Sport und Kultur: Draussen keine Einschränkung, drinnen Kontaktdaten, Chorauftritte auch drinnen erlaubt, keine Unterscheidung zwischen Laien- und Profi-Veranstaltungen.
  • Weiterhin gilt: Maskenpflicht in Innenräumen (Läden, ÖV und Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat) und private Treffen mit maximal 30 Personen (draussen: 50).

Wie viele Personen sind in der Schweiz infiziert?

Aktuelle Zahlen ersehen Sie in unseren laufend aktualisierten Grafiken.  Die vollständigen aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.

Zur Quelle: Seit dem 9. Juli 2020 stützen wir uns für die Anzahl der bestätigten Fälle wieder auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), da einige Kantone die Zahlen nicht mehr regelmässig publizieren. Davor stammten die Zahlen von einer direkten und validierten Quelle der Kantone.

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Wie ist die Situation international?

Wie andere Länder die Corona-Pandemie bekämpfen, können Sie in der Übersicht über die internationale LageExterner Link bei SRF News lesen.

Die folgende Grafik zeigt einen internationalen Vergleich mit absoluten Zahlen.

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Sind Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer speziell betroffen?

Wie bereits 2020 musste die Auslandschweizer-Organisation (ASO) auch den Auslandschweizer-Kongress 2021Externer Link verschieben. Er hätte vom 20. bis 22. August in Lugano stattfinden sollen. Grund ist die anhaltende Unsicherheit über die epidemiologische Situation in der Schweiz. Zudem wurde die Auslandschweizerrats-Sitzung nicht physisch vor Ort, sondern erneut virtuell durchgeführt.

Viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer stehen angesichts dieser Pandemie vor grossen finanziellen Schwierigkeiten. In Ländern, in denen die Löhne niedrig, die Ersparnisse knapp und die öffentlichen Unterstützungsmassnahmen dürftig sind, stehen viele von ihnen vor wichtigen Entscheidungen. Deshalb gibt es Unterstützung durch den Bund: Bisher haben 56 Schweizerinnen und Schweizer in einer Notsituation Unterstützung vom Bund erhalten.

Nach Angaben des EDA wurde Sozialhilfe an 16 in Europa lebende Schweizer Bürgerinnen und Bürger gezahlt, davon 12 in Spanien. In Asien haben 14 Schweizer Staatsangehörige diese Hilfe erhalten. Weitere 10 in Südamerika, 9 in Afrika und 7 in Nordamerika.

Diese an Corona gebundene Sozialhilfe ist den individuellen Lebensbedingungen angepasst, so das EDA. Sie beläuft sich derzeit auf rund 60'000 Franken, was nur einen kleinen Teil der gesamten Sozialhilfe ausmacht, die Bern den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern gewährt. Die diesjährige Gesamtsumme beläuft sich auf 800'000 Franken. Im letzten Jahr waren es 900'000 Franken.

Damit unterstützt der Bund Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ihre Betriebe schliessen mussten oder deren Einkommen so tief gesunken sind, dass ihre Existenz nicht mehr gesichert ist. Unterstützt wurden auch Personen, die im Tourismussektor tätig sind und deren Einkommen nicht ausreichend war.

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Schweizer Bürgerinnen und Bürger können sich an alle Schweizer Vertretungen im Ausland wenden. Die Situation in Bezug auf Reiseverbote oder -beschränkungen und andere Grenzschliessungen ändert sich von Tag zu Tag. Aktuell sind aufgrund der Reisebeschränkungen noch immer viele Doppelbürger von Quarantänen und Stornierungen betroffen.

Wo finde ich mehr Informationen? 

Hier eine Liste der Links, wo Sie jederzeit selbst die aktuellen Updates aus erster Hand erfahren können. 

Bundesamt für Gesundheit (BAG)Externer Link

Weltgesundheits-Organisation (WHO)Externer Link

Internationale ÜbersichtskarteExterner Link
 

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