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Coronavirus: Die Situation in der Schweiz

Pixsell / Expa / Picturedesk.com

Bis Ende Oktober könnte eine Zulassung für die Booster-Impfung in der Schweiz möglich sein. Derweil steigen die Fallzahlen langsam wieder an, insbesondere in Kantonen mit niedriger Impfquote.

Dieser Inhalt wurde am 20. Oktober 2021 - 15:09 publiziert
swissinfo.ch, mit SRF und SDA

Neueste Entwicklungen

  • Die Fallzahlen steigen wieder an: Der 7-Tage-Schnitt der gemeldeten Fälle lag am Mittwoch bei 965 und war damit 8% höher als in der Vorwoche. Der Anstieg macht sich vor allem in den Kantonen mit tiefer Durchimpfungsrate bemerkbar, hat aber bis jetzt keine Auswirkungen auf die Hospitalisierungen und Todesfälle.
  • In der Politik werden derweil die Rufe nach einem konkreten Ausstiegsplan lauter. So fordert die Wirtschaftskommission des Nationalrats vom Bundesrat etwa verbindliche Ausstiegsszenarien. Die aktuelle präsentierten Perspektiven seien zu vage.
  • In Schweizer Skigebieten gilt in der kommenden Wintersaison keine generelle Zertifikatspflicht. Die Bergbahnen verständigten sich mit dem Bund und den Kantonen darauf, vorerst keine neuen Schutzbestimmungen einzuführen.
  • Bis Ende Oktober sei eine Zulassung für die Booster-Impfung in der Schweiz möglich, wenn die Unternehmen mitspielten, sagt Claus Bolte, Bereichsleiter Zulassung von Swissmedic, gegenüber SRF.
  • Der Bundesrat will eine erhebliche Summe in seine Impfkampagne investieren. 96,2 Millionen Franken sind für mobile Beratungs- und Impfstellen für noch nicht geimpfte Personen eingeplant.
  • Man brauche noch eine Million Schweizer und Schweizerinnen, die sich impfen lassen, erklärte Alain Berset vergangene Woche, nachdem der Bundesrat seine Sitzung extra muros in Luzern abhielt.
  • Gemeinsam mit den Kantonen ist eine nationale Impfwoche vom 8. bis zum 14. November geplant.
  • Für Reisende aus dem Ausland gilt: Bis am 24. Oktober 2021 sind für den Zugang zu zertifikatspflichten Einrichtungen oder Veranstaltungen alle ausländischen Impfnachweise gültig, zum Beispiel der Impfausweis der WHO.
  • Die vollständig aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.
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Die neuesten Schlagzeilen zur Pandemie

  • Der Bundesrat die Idee einer 50-Franken-Prämie für Impf-Überzeuger:innen gestrichen. Sie wäre für Leute gedacht gewesen, die Verwandte oder Bekannte zur Impfung überreden. Nebst öffentlicher Kritik hatten auch die Kantone Bedenken geäussert.

  • Taskforce-Chefin erwartet bald Zulassung von Impfstoff für Kinder: Der Corona-Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren dürfte bald auf den Markt kommen. Der Impfstoffhersteller Pfizer/Biontech habe vorläufige Daten für Fünf- bis Elfjährige vorgelegt, sagte Tanja Stadler, Leiterin der wissenschaftlichen Taskforce, gegenüber dem «Blick».

  • In der Schweiz gilt gegenwärtig eine weitreichende Zertifikatspflicht. Wer mit Sputnik oder Sinopharm geimpft ist, erhält kein Schweizer Zertifikat. Lesen Sie hier im Detail, wie Grenzgänger:innen, Tourist:innen und Auslandschweizer:innen zu einem Zertifikat kommen.
  • Nach neusten Erkenntnissen zu den Langzeitfolgen des Coronavirus, auch Long Covid oder Post-Covid-19-Erkrankung genannt, ist rund jede fünfte erwachsene Person mit einer symptomatischen Covid-Infektion betroffen. Die Forschung ist aktiviert. Aber sie kämpft noch mit Problemen.
  • Die Schweiz kämpft wie andere Länder darum, die Impfrate in ihrer Bevölkerung zu erhöhen. Doch die Gesundheitsbehörden zögern, Zwangsmassnahmen einzuführen, um Unentschlossene zur Impfung zu bewegen.
  • An Geld für die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen mangelt es nicht. Doch die Versorgung für Entwicklungsländer bleibt auf der Strecke. Neue Ideen sind deshalb gefragt.
  • Wie schon im letzten Jahr zu dieser Zeit zeigt der neue, achte SRG Corona-Monitor, dass sich die Stimmung der Menschen in der Schweiz verbessert hat.

Was ist der aktuelle Stand punkto Corona-Impfung?

  • Zugelassen sind in der Schweiz bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Dauer der Impfwirksamkeit von 6 auf 12 Monate erhöht.
  • Die Zulassung des Impfstoffs von Astra-Zeneca verzögert sich, weil laut Swissmedic die eingereichten Daten nicht ausreichen. Die Zulassungsbehörde fordert weitere Studien.
  • Die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna gehen davon aus, dass vor dem Winter eine dritte Corona-Impfung zur Auffrischung notwendig sein wird.
  • Die Impfung ist gratis und nicht obligatorisch
  • Die Impfempfehlung der Eidgenössischen Impfkommission wurde angepasst: Eine Impfung mit mRNA-Impfstoffen wird neu allen Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen. Auch Genesene und Schwangere sollen sich impfen lassen.
  • Der Bund übernimmt die Kosten für die Impfung auch für Personen, die in der Schweiz leben, aber nicht obligatorisch krankenversichert sind.
  • Ebenfalls kostenlos ist die Impfung für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die nicht in der Schweiz versichert sind und in Schweizer Gesundheitseinrichtungen arbeiten.
  • Auch wer an Corona erkrankt ist, soll sich impfen lassen, sagt der Präsident der Ekif. Die Impfung könne milde Infektionen nicht ganz verhindern, "aber schwere Verläufe werden verhindert." Die Hospitalisierten seien derzeit in der Mehrheit ungeimpft.
  • Die Nebenwirkungen nach einer Covid-19-Impfung bewegen sich im Rahmen der Zulassungsstudien und des "Beipackzettels". Zu diesem Ergebnis kommt das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic nach Auswertung von knapp 2000 Meldungen.
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swissinfo.ch

Welche Regeln gelten?

Für die Einreise in die Schweiz gilt seit dem 26. Juni:

  • Bei der Einreise in die Schweiz aus dem Schengenraum ist keine Quarantäne mehr notwendig.
  • Für Einreisende aus gewissen Staaten und Gebieten gilt eine Quarantänepflicht. Weitere Informationen und eine Liste der Risikoländer finden Sie hierExterner Link.
  • Alle Einreisenden müssen ein Einreiseformular vorweisen. Wenn Sie nicht geimpft oder genesen sind, müssen Sie zudem ein negatives Testergebnis vorweisen.
  • Alle Einreisenden müssen, falls sie per Flugzeug einreisen, ihre Kontaktdaten mittels eines elektronischen Einreiseformulars erfassen.
  • Das Einreiseformular und alle relevanten Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesamts für GesundheitExterner Link.
Kai Reusser / swissinfo.ch

Diese Massnahmen gelten schweizweit:

  • Wasserparks, Discos und Tanzlokale dürfen öffnen, die Homeoffice-Pflicht wurde durch eine Empfehlung ersetzt, das Testen am Arbeitsplatz entfällt.
  • Covid-Zertifikat: Obligatorisch in Discos und bei Grossveranstaltungen und freiwillig bei kleineren Veranstaltungen, in Sport-, Kultur- und Freizeitbetrieben und Restaurants.
  • Veranstaltungen: mit Zertifikat keine Einschränkung, ohne Zertifikat bei Sitzpflicht maximal 1000 Personen, ohne Zertifikat und ohne Sitzpflicht draussen 500, drinnen 250 Personen.
  • Maskenpflicht: Draussen aufgehoben, an Mittelschulen und Berufsschulen gelockert (Kantone entscheiden), am Arbeitsplatz gelockert (Arbeitgeber entscheiden).
  • Restaurants: Draussen keine Einschränkungen, drinnen Anzahl Personen pro Tisch nicht mehr limitiert, aber Kontaktdaten von einer Person pro Gruppe nötig.
  • Sport und Kultur: Draussen keine Einschränkung, drinnen Kontaktdaten, Chorauftritte auch drinnen erlaubt, keine Unterscheidung zwischen Laien- und Profi-Veranstaltungen.
  • Weiterhin gilt: Maskenpflicht in Innenräumen (Restaurants, Läden, ÖV und Veranstaltungen ohne Covid-Zertifikat) und private Treffen mit maximal 30 Personen (draussen: 50).

Wie viele Personen sind in der Schweiz infiziert?

Aktuelle Zahlen ersehen Sie in unseren laufend aktualisierten Grafiken.  Die vollständigen aktualisierten Daten zur Pandemie finden Sie hier.

Zur Quelle: Seit dem 9. Juli 2020 stützen wir uns für die Anzahl der bestätigten Fälle wieder auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), da einige Kantone die Zahlen nicht mehr regelmässig publizieren. Davor stammten die Zahlen von einer direkten und validierten Quelle der Kantone.

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Wie ist die Situation international?

Wie andere Länder die Corona-Pandemie bekämpfen, können Sie in der Übersicht über die internationale LageExterner Link bei SRF News lesen.

Die folgende Grafik zeigt einen internationalen Vergleich mit absoluten Zahlen.

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Sind Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer speziell betroffen?

Wie bereits 2020 muss die Auslandschweizer-Organisation (ASO) auch den Auslandschweizer-Kongress 2021Externer Link verschieben. Er hätte vom 20. bis 22. August in Lugano stattfinden sollen. Grund ist die anhaltende Unsicherheit über die epidemiologische Situation in der Schweiz. Zudem wird die Auslandschweizerrats-Sitzung nicht physisch vor Ort, sondern erneut virtuell durchgeführt.

Viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer stehen angesichts dieser Pandemie vor grossen finanziellen Schwierigkeiten. In Ländern, in denen die Löhne niedrig, die Ersparnisse knapp und die öffentlichen Unterstützungsmassnahmen dürftig sind, stehen viele von ihnen vor wichtigen Entscheidungen. Deshalb gibt es Unterstützung durch den Bund: Bisher haben 56 Schweizerinnen und Schweizer in einer Notsituation Unterstützung vom Bund erhalten.

Nach Angaben des EDA wurde Sozialhilfe an 16 in Europa lebende Schweizer Bürgerinnen und Bürger gezahlt, davon 12 in Spanien. In Asien haben 14 Schweizer Staatsangehörige diese Hilfe erhalten. Weitere 10 in Südamerika, 9 in Afrika und 7 in Nordamerika.

Diese an Corona gebundene Sozialhilfe ist den individuellen Lebensbedingungen angepasst, so das EDA. Sie beläuft sich derzeit auf rund 60'000 Franken, was nur einen kleinen Teil der gesamten Sozialhilfe ausmacht, die Bern den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern gewährt. Die diesjährige Gesamtsumme beläuft sich auf 800'000 Franken. Im letzten Jahr waren es 900'000 Franken.

Damit unterstützt der Bund Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, ihre Betriebe schliessen mussten oder deren Einkommen so tief gesunken sind, dass ihre Existenz nicht mehr gesichert ist. Unterstützt wurden auch Personen, die im Tourismussektor tätig sind und deren Einkommen nicht ausreichend war.

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Schweizer Bürgerinnen und Bürger können sich an alle Schweizer Vertretungen im Ausland wenden. Die Situation in Bezug auf Reiseverbote oder -beschränkungen und andere Grenzschliessungen ändert sich von Tag zu Tag. Aktuell sind aufgrund der Reisebeschränkungen noch immer viele Doppelbürger von Quarantänen und Stornierungen betroffen.

Wo finde ich mehr Informationen? 

Hier eine Liste der Links, wo Sie jederzeit selbst die aktuellen Updates aus erster Hand erfahren können. 

Bundesamt für Gesundheit (BAG)Externer Link

Weltgesundheits-Organisation (WHO)Externer Link

Internationale ÜbersichtskarteExterner Link
 

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